Samstag, 24. Dezember 2016

Eine kleine Impressionen-Collage - Im Zickzack durch den Straßenverkehr, kein Bier vor der Wahl und Reis mit Kartoffeln 24/7

In den knapp vier Monaten, die wir jetzt schon hier in Sucre wohnen, bekommt man doch langsam einen genaueren Eindruck vom täglichen Leben der Menschen hier, beziehungsweise hat sich auch für mich ein gewisser Alltag und damit eine Art „Zuhause-Gefühl“ aufgebaut. Mein abendlicher Heimweg vom Zumbakurs, zum Beispiel, führt mich jedes Mal am Parque Bolivar vorbei, wo jeden Abend viele Jogger im Straßenlaternenlicht ihre Runden drehen und oft eine Blaskapellen-Tanzgruppe ihre Lieder probt, außerdem die Breakdancer, die sich ebenfalls wenn es dunkel wird mit ihrem Gettoblaster am zentralen Plaza treffen, der freudestrahlende ältere Schuster, der seine kleine Werkstatt auf halbem Weg von unserem Haus ins Centrum hat und mich, mit seinem Stuhl praktisch beinahe auf dem Fußweg sitzend, jedes Mal überschwänglich, mit tausenden Lachfältchen und zwinkernden Augen (zurück-)grüßt, wenn ich vorbeiflitze. 
Viele Dinge, wie zum Beispiel
  • putzmuntere, schreiende Kinder, die morgens halb sechs auf der Straße Fußball spielen
  • die scheinbare Abwesenheit jeglicher Straßenverkehrsregeln wie Rechts vor Links, stattdessen wird einfach vor jeder Ecke gehupt
  • drei Tage und Nächte lange Hochzeiten, die in einem Saal in Hörweite gefeiert werden, weshalb dann nachts unser Haus einer Disko gleicht
  • Armbändchen und Krimskrams verkaufende ältere Leute, die sich auf dich stürzen, nur weil du ein „Gringo“ bist, einschließlich den „Schuhputzer-Jungs“, die ernsthaft Joshs ausgelatschte Plastik-Adiletten putzen wollen
  • der nicht existierende Busfahrplan (es gibt nur verschiedene Linien, die einfach ab und zu kommen, wenn du Pech hast, dauert es eben eine Weile)
  • Restaurantrechnungen grundsätzlich zusammengerechnet zu bezahlen und jedes Mal austüfteln zu müssen, wer welche Summe dazulegen muss und wer wie viel Wechselgeld bekommt
...all diese Dinge sind für mich schon längst Normalität, aber jetzt möchte ich mal die Gelegenheit ergreifen und euch ein paar Sachen aus dem Alltag näher erläutern, die bei uns Zuhause in Deutschland so ganz ablaufen oder sogar gar nicht existieren, damit ihr euch ein bisschen besser vorstellen könnt, wie es mir hier so jeden Tag ergeht.

Eine der meisterwähntesten und klischeebehaftetsten Dinge, die erwähnt werden, wenn man über Lateinamerika spricht: das Zeitgefühl bzw. der südamerikanischer Lebensrhythmus (oftmals fälschlicherweise und ganz platt Unpünktlichkeit genannt. Tatsächlich schlägt hier bei uns alles im Takt der sogenannten „Hora Boliviana“. Diese kann viele Dinge bedeuten, vor allem aber ist mir aufgefallen, dass es scheinbar keine Zeit gibt, zu der es ungewöhnlich ist, am Straßenrand sein Auto zu waschen oder Motorräder zu reparieren. Auch nach elf Uhr abends sehe ich oft Männer vor der Autowerkstatt in unserer Straße werkeln, im Straßenlaternenlicht wird noch fix ein Auto lackiert. Auch unsere Gastmutter Vicenta arbeitet oft zu vollkommen verrückten Zeiten – abends wird ihr klar, dass sie ja für morgen noch eine neue Bluse braucht, weshalb sie um halb vier Uhr morgens aufsteht, um diese zu schneidern.
Was sich außerdem noch sehr von der weltbekannten „Deutschen Pünktlichkeit“ unterscheidet, sind öffentliche Veranstaltungen. Mit beinahe hundertprozentiger Sicherheit kann man wenigstens eine halbe Stunde später zum Theater gehen, als die Vorstellung eigentlich anfangen sollte. Im Schnitt, jedenfalls die paar Male, die ich im Theater war, fing das Stück reichlich eine Stunde (vielleicht auch 75 Minuten) später an, und selbst danach kamen noch Leute hereingeschlüpft.
Am Anfang kann so etwas ganz schön nerven, wenn man selbst pünktlich kommt, aber wenn man es mitbekommen hat, dann kann man realistisch kalkulieren, wann es sinnvoll ist zu erscheinen, und ärgert sich nicht unnötig über Verspätungen. Offenbar ist die angegebene Uhrzeit meist nur eine Empfehlung – wenn dann genug Leute da sind, wird angefangen. Selbst in der Universität bei der Examenübergebungszeremonie meiner Gastschwester ging es eine halbe Stunde später los. Eins der wenigen Male, als wir zu spät kamen, war in der Kirche zur Trauung eines verwandten Paares von Oscar – wer hätte denn ahnen können, dass eine Hochzeit pünktlich beginnt, also wirklich?

Ein weiterer Punkt, den ich allerdings etwas kritischer sehe, ist Sicherheit. Beinahe jeden Tag laufe ich an einer Metallwerkstatt vorbei, wo jemand ohne Schutzbrille oder Schutzkleidung Drähte verlötet oder sogar funkensprühend etwas zusammenschweißt. Man muss dann vom Fußweg herunter ausweichen, um keine Funken abzubekommen. Desweiteren sind Moped- oder Motorradhelme scheinbar rares Gut. In den allermeisten Fällen sitzen zwei bis drei Erwachsene auf einem kleinen Moped und haben noch ein bis zwei Kinder zwischen oder hinter sich geklemmt. Ab und zu hat der Fahrer einen Helm auf, meistens nicht. Da es nicht so ist, dass nie Unfälle im Straßenverkehr passieren, sehe ich diese Helm- und generell auch Sicherheitsgurtlosigkeit ziemlich skeptisch, zumal sich auch die hintensitzenden Kinder irgendwie festklammern müssen.

Zum Thema Draußen Arbeiten: ich habe das Gefühl, es wird ständig etwas auf der Straße gebaut, Bordsteine ausgebessert, oder zumindest die Innenstadt gekehrt und von Müll befreit. Diese Tätigkeiten führen auch Frauen aus und wenn man diese Bauarbeiterinnen näher betrachtet, dann stellt man fest, dass einige Frauen keinen Arbeitseinteiler tragen wie ihre männlichen Kollegen, sondern eine Variation der traditionellen Kleidung der Cholitas, also der indigenen Frauen, die normalerweise Strumphosen, braune Sandalen, weite reichlich knielange Röcke, schulterbetonte Knopfblusen und einen breitkrempigen Hut tragen. Diese Kleidung bleibt ihnen, soweit gewünscht, scheinbar erhalten, wenn sie Zement mischen, Schubkarren voller Steine schieben oder die Straße kehren. Sie tragen diese traditionellen Röcke, nur in den typischen Bauarbeiter-Neonfarben, sowie ein blusenähnliches Oberteil mit dem Sucre-Logo auf dem Rücken und einen dazupassenden Hut. Stilgerecht, funktionell und traditionell.

Ein kleines Detail, was ich ziemlich interessant finde: jegliche Art von Namenslisten, sei es in der Schule, der Universität, bei uns im Projekt oder bei Sportveranstaltungen, alles wird nicht nach Nachnamen, sondern nach Vornamen sortiert. Vielleicht aufgrund dessen, dass alle Menschen in Bolivien in der Regel zwei Nachnamen besitzen – den der Mutter und den des Vaters. Dadurch, dass es aber Namen wie Maribel, Maria-Luz, Rosmery, Lizbeth, Wladimir, Glisver etc. ziemlich häufig gibt, kann diese Sortierung trotzdem ziemlich verwirrend sein.

Apropros Sportveranstaltungen: letzte Woche fand ein Volkslauf im Zentrum von Sucre statt und für mich bot sich endlich wieder die Möglichkeit, bei einer großen Laufveranstaltung mitzumachen. Einzige Distanz: 5 km, durch die Innenstadt Sucres, was nichts anderes bedeutet, als bergauf-bergab-bergab-bergauf. So schlimm wie gedacht waren die Höhenunterschiede dann zum Glück nicht, aber definitiv etwas anderes, als durch Dresden zu laufen. Schon auf dem Plakat hieß es, dass sich alle Läufer eine Stunde vor eigentlichem Start um 8 versammeln sollten (wahrscheinlich in weiser Voraussicht der typisch bolivianischen Verzögerung). Auf dem zentralen Plaza wurde eine große Bühne aufgebaut und als Erwärmung Zumba getanzt. Das Witzige war, dass ernsthaft 10 Minuten nach 8 die beiden Moderatoren ihre Show noch nicht beendet hatten, nein, man hätte sich sogar noch anmelden können (10 Minuten nach eigentlichem Startbeginn). Dann war nicht ganz klar, wo eigentlich der Start stattfinden sollte, alle Läufer waren etwas verwirrt und zu allem Überfluss kam wirklich noch ein kleiner Lastwagen angefahren, aus dem zwei riesige Plastikdinosaurier kletterten (natürlich Kostüme mit Menschen darin), welche durch die kreischende Menge spazierten – alles anlässlich des Jubiläums des Sucre-Dinoparkes - es war ein großer Spaß.
Auf der Laufstrecke war so gut wie nichts abgesperrt, ab und zu stand mal ein Polizist an einer Ecke, aber viele Kreuzungen haben wir einfach im normalen Ampelverkehr passiert, weshalb manchmal Läufer schlicht und einfach auf die Grünphase warten mussten, denn die Autos fuhren normal. Wenn ich mir denke, welch ein Aufwand bei deutschen Stadtläufen betrieben wird, wo dir mindestens einen Tag vorher Schilder Bescheid sagen, wo wieviel der Straße wie viele Stunden vor und nach dem Lauf gesperrt sein werden...

Eine weitere, ziemlich interessante Idee bezüglich der Politik ist, dass an Tagen einer Wahl oder eines Volksentscheides (scheinbar meistens sonntags) der Straßenverkehr komplett lahmgelegt ist. Autos, Busse, Taxis, Motorräder, sämtliche Verkehrsmittel sind verboten, ausgenommen Fahrräder sowie natürlich Krankenwagen, was bedeutet, dass es an diesen Sonntagen wunderbar ruhig ist, frei von Straßenlärm, alle Leute sind zu Fuß auf den autofreien Straßen unterwegs und man sieht mehr Fahrräder auf einem Fleck als monatelang in ganz Sucre nicht.
Außerdem gibt es vom Vorabend einer Wahl an bis zum nächsten Abend ein Alkoholverkaufsverbot für sämtliche Bars, Kneipen, Restaurants, Supermärkte und Kioske, weshalb die allermeisten Bars an diesem Abend sowieso geschlossen haben, wahrscheinlich als eine Art Prävention, denn die Regierung weiß über das Alkoholproblem vieler Menschen hier Bescheid. Im Supermarkt ist deshalb die Alkoholabteilung mit Tüchern und Pappkartons verhängt. In den kleinen Tiendas (Kioske) ist das manchmal nicht ganz so streng – uns wurde mit Augenzwinkern ein Fläschchen Wein verkauft mit der Empfehlung, wir sollen es doch bitte im Beutel verstecken, auf der Straße werden Kontrollen durchgeführt. Wahrscheinlich hat es die nette Senora ach nur gut mit uns gemeint, da wir „Gringos“ sowieso nicht wählen gehen.
Jegliche Art von Wahlen und Abstimmung ist für jeden Bürger über 18 Jahren obligatorisch. Wer nicht wählen geht, für den hat das scharfe Konsequenzen, zum Beispiel wird der Bankaccount für drei Monate gesperrt und es ist nicht möglich, Geld abzuheben. Ob das noch Wahlpflicht oder schon Wahlzwang ist, darüber lässt sich streiten.

Dann gibt es diese spezifischen Geräusche von der Straße, die verdammt wichtig für die Versorgung der Menschen sind, die hier leben, und damit natürlich auch für uns. Jeden Montag und Donnerstag morgens zu Beispiel ertönt ein ohrenbetäubendes Hupen durch das gesamte Barrio und wenn dieses Hupen lauter und lauter wird, dann wissen wir: das Müllauto ist nahe, wir müssen ganz schnell aus der Haustür rennen, auf die Müllabfuhr warten und die Säcke hinaufwerfen, denn meistens hält das Auto gar nicht an und wer nicht schnell genug ist, hat Pech gehabt und muss mit seinem Müll bis zum nächsten Mal warten.
Ein weiteres Geräusch, was wir mittlerweile gut kennen, ist das metallische Klingeln der Glocke des Gasautos. Wenn man diese Glocke hört, die ich in der Form nur von Leichtathletikwettkämpfen kenne, wenn auf der Tartanbahn die letzte Runde eingeläutet wird, dann muss man schnell nachschauen, ob man noch eine volle Gasflasche im Haus hat, oder die leere hinausschleppen muss, um dem Gasauto winkend zu verstehen zu geben, dass es bitte zum Tausch heranfahren möge.
Das dritte, sehr charakteristische Geräusch ist das Hupen der Eiswagen. Es gibt sowohl im Centrum, als auch in unserem Barrio jeden Tag ein paar Leute, die einen kleinen Wagen ähnlich einer Schubkarre vor sich herschieben und so ihre Kühlbox mit Eiscreme transportieren. An diesen Wagen ist meist eine dieser altmodischen Fahrrad-Gummihupen montiert und so wissen alle Kinder in der Umgebung: Der Eismann (bzw. die Eisfrau) ist da.

Sehr interessant ist auch die Tragetuch-Methode, nach der die vielen vielen Mamas hier ihre Babys und Kleinkinder mit sich herumtragen. Dazu wird ein gewebtes Tuch, meist in wunderschönen bunten Farben, auf dem Boden ausgebreitet, das Kind draufgelegt, einmal herumgerollt, das Tuch an zwei Ecken gepackt und sich das Kind mit Schwung in einer einzigen flüssigen Bewegung regelrecht über die Schulter geworfen. Dort auf dem Rücken hockt das Kind dann, fest an den Rücken der Mutter gewickelt, und je nach Witterung und Sonneneinstrahlung wird manchmal noch das Tuch über den Kopf des Babys gezogen – deshalb sieht man in der Stadt oft Frauen mit merkwürdig geformten Bündeln auf dem Rücken und sich nicht ganz sicher sein kann, ob dieses Bündel ein Kind enthält oder nur die Einkäufe vom Mercado (denn auch zum Transport von Lebensmitteln, Kleidung, Krimskrams zum Verkauf ist dieses große bunte Tuch sehr gut geeignet).
Im Allgemeinen sind Babys und Kleinkinder recht hart im Nehmen, liegen schlafend unter und neben den kleinen Straßenkiosken auf den Fußwegen, schon ganz kleine Babys müssen im Tragetuch ihr Köpfchen selbst aufrecht halten und sobald die Kinder laufen können, rennen sie beinahe vollkommen selbstständig durch die Gegend.

Eine Sache, die ich persönlich manchmal ganz schön übertrieben finde, ist die Allgegenwärtigkeit von Religion im Alltag und bei ganz normalen weltlichen Dingen, wo Religion meiner Meinung nach nicht primär dazugehört. Als wir zum Beispiel in der Universität, genauer in der Fakultät für Sprachen, zur Abschlusszeugnisverleihung meiner Gastschwester eingeladen waren, gab es in dem geschmückten Raum einen Altar und obwohl es eine herkömmliche Uni ist, keine speziell katholische Einrichtung, wurde zuerst eine Art kirchliche Zeremonie abgehalten und von einer Profesora lautstark und sehr emotional Gott angerufen, bevor die Studienzertifikate überreicht wurden. Desweiteren finden sich in den Schulbüchern und Arbeitsheften der Kinder unseres Projektes sehr oft Bezüge zu Gott, kirchliche Abschreibearbeiten oder religiös behaftete Fabeln. Wäre dieses Material von einer kirchlichen Schule, könnte ich das verstehen, aber da unsere Kinder alle allgemeine staatliche Schulen besuchen, war die enge Beziehung zur Religion doch sehr überraschend. Selbst in der wissenschaftlichen Abhandlung über gesunde Ernährung, die wir zuhause haben, finden sich viele Stellen wie: „Die Pflanzen roh zu essen, die Gott so herrlich schuf, ist deshalb besonders gesund, weil..“ oder „Gott hat uns mit der Intelligenz ausgestattet, selbst zu entscheiden, was unserem Körper gut tut und was nicht“.

Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung zur doch recht dominanten Männerrolle im Familienleben. Natürlich kann ich nur von den Dingen sprechen, die wir direkt in unserer Familie erleben, aber aufgrund von Erzählungen anderer Freiwilliger und Leuten aus Sucre scheint es bei uns nicht grundlegend anders abzulaufen als in anderen Familien. Unser Gastvater Oswaldo hilft jedenfalls kaum im Haushalt, selbst wenn die komplette Familie kurbelt, um das Haus sauber zu halten, zu kochen etc. etc. Es ist eher gegenteilig, dass unsere wirklich sehr emanzipierte Gastmutter Vicenta (die sowieso immer herumflitzt, kocht, arbeitet, putzt) ihn jeden Tag vom Bus abholt, seine Tasche trägt, ihm sein Essen auf den Teller serviert und ihm einen extra Krug Saft macht. Auch gibt es immer etwas im Haus, was ausschließlich für ihn reserviert ist, zum Beispiel die Papaya, die wir Kinder nicht anrühren dürfen, da sie nur für SEINEN Saft gedacht ist, oder auch die zweieinhalb Liter Honig, die Eva, Josh und ich extra von Vicentas Schwester aus Monteagudo mitgebracht haben, ist für niemand anderen gedacht als für ihn. Außerdem entscheidet er, was am Wochenende zum Mittagessen gemacht wird, und wo genau im Garten welche Pflanzen gepflanzt werden. Besonders für unseren Gastbruder Carlos zählt das Wort des männlichen Familienoberhauptes doppelt und dreifach, was er sagt, ist stets die Wahrheit.
Situationen wie diese sind etwas ungewohnt für Josh und mich, aber selbstverständlich haben wir kein Recht, dies zu verurteilen oder gar uns einzumischen. Die Rolle und Wichtigkeit des männlichen Familienoberhauptes ist nun mal eine andere in einer anderen Kultur, und das gilt es zu akzeptieren, auch wenn es gerade in unsere Familie oft nicht gerecht wirkt. Auf die Frage hin, ob er denn nicht gern koche, hat Oswaldo übrigens geantwortet: „Nein, ich bezahle nur die Sachen für Vicentas Küche.“

Zum Schluss noch ein kleines, aber sehr markantes kulinarisches Detail: Beinahe jedes Gericht in Bolivien beinhalten Kartoffel, Reis und Nudeln, stets mindestens zwei dieser Komponenten, meistens aber alle drei. So gibt es zum Beispiel eine Suppe mit Nudeln und Kartoffelspalten und auf dem zweiten Teller als Beilage Reis mit Mote (großem gekochten Mais) und ganzen Kartoffeln. Das reicht soweit, dass man uns schon gefragt hat, als wir nur gebratenes Pfannengemüse in einer Tupperdose mithatten: „Das sieht ja ganz lecker aus.... aber wo sind die Kartoffeln!?“ Demzufolge machen wir viele Witze über diese unverzichtbaren Ingredientes, die ein „richtiges“ Essen haben muss. Nächstes Jahr nach unserer Rückankunft in Deutschland habe ich sicher erstmal für einen Weile genug von Papas, Arroz y Fideo immer und überall.


Hiermit habt ihr hoffentlich einen kleinen Einblick bekommen in meinen Alltag und auch ein paar kleine, aber recht interessante Details kennengelernt, die mir bis jetzt ins Auge (oder ins Ohr) gefallen sind.