Mittwoch, 23. November 2016

¿Hay agua o no hay? - Das ist hier die Frage

Hay agua? Gibt es Wasser? In den letzten Wochen ist das die elementare Frage, die ich mir jeden Tag, beinahe jedes Mal stelle, wenn ich nach Hause komme, zum Projekt gehe oder in einem Restaurant ein Käffchen trinken möchte. Und wenn ich dann den Wasserhahn aufdrehe und einfach kein Tropfen herauskommen will, dann gibt das der Stimmung immer einen ziemlich ernüchternden Dämpfer.
Jetzt Ende November, Anfang Dezember sollte sich die Trockenzeit so langsam dem Ende neigen, doch seit Wochen gab es keinen richtigen Regen, höchstens mal einen kleinen Schauer. Wir haben hier ja gerade Frühling, das bedeutet, dass die lange Dürre zuende geht und im Dezember und Januar die Regenzeit richtig Einzug hält. Wir warten alle sehnsüchtig darauf, dass sich dicke Regenwolken anbahnen, doch bis jetzt ist es unverändert staubtrocken, was ein echtes Problem ist, denn es ist einfach nicht genug Wasser für alle Leute vorhanden. Scheinbar war die Situation während der winterlichen Trockenzeit früher nicht ganz so schlimm, doch mit dem Klimawandel, der natürlich auch hier zu spüren ist, und mit dem stetigen Bevölkerungswachstum ist die Wasserknappheit natürlich extrem.
Hier in Sucre ist die Situation besonders kompliziert: wir bekommen unser Wasser aus dem Nachbardepartment Potosi, das Sucre selbst nur sehr geringe Wasserreserven hat, die bei weitem nicht für die ganze Stadt ausreichen. Laut unserem Gastvater war schonmal ein Projekt im Gespräch, wonach ein großes Wasserreservoir realisiert werden kann, womit auf lange Zeit alle Wasserprobleme für die Stadt gelöst wären. Der Haken dabei: dieses Projekt würde ca. 10 Millionen US-Dollar kosten. Momentan ist das der Stadt Sucre entschieden zu teuer, obwohl es eine einmalige, unglaublich wichtige Investition wäre.
So aber sind wir hier von Potosi und deren Wasserreserven abhängig, was ziemlich heikel ist, denn es gibt einen Staudamm nach Sucre, der von Potosi aus natürlich geöffnet und geschlossen werden kann, nach Belieben sozusagen. In der Theorie (und leider auch in der Praxis) heißt das: Potosi könnte die komplette Wasserversorgung für Sucre lahmlegen. Und genau das ist letzte Woche passiert. Beinahe sechs Tage lang war die komplette Stadt ohne Leitungswasser, lag im wahrsten Sinn des Wortes „auf dem Trockenen“. Dafür wurden alle Dörfer und Felder in Potosi mit diesem (für sie sehr sehr reichlichen) Wasser versorgt, die Bauern haben ihre Pflanzen bewässert, während in Sucre langsam das Trinkwasser knapp wurde. Obwohl so etwas natürlich furchtbar ungerecht ist, greift niemand ein, denn eine staatliche Kontrolle dieser Wasserversorgung gibt es nicht. Vertreter der Stadt Sucre mussten nach Potosi fahren, um mit den Menschen, welche die Kontrolle über diese Leitungen besitzen, zuverhandeln, damit Sucre wieder Wasser bekommt.
Trotz allem gibt es weiterhin eine ziemliche Knappheit dieses „flüssigen Goldes“, sodass in vielen Teilen der Stadt das Wasser rationiert wird, auch bei uns im Barrio. Unsere Familie hat aber Glück bzw. hat vorgesorgt, denn auf unserem Dach gibt es zwei riesige Tanks, die insgesamt 1550 Liter fassen und sich füllen, sobald es Leitungswasser gibt. Im Moment ist einer der Tanks noch zur Hälfte voll, das heißt, wir können immerhin Händewaschen, Zähne putzen und im Hochgeschwindigkeitstempo duschen, doch ziemlich zeitnah wird auch dieser Tank leer werden. Zum Kochen und Abwaschen haben wir seit dem letzten Wasserengpass nun vier riesige Töpfe (jeder einzelne fasst sicher 30 Liter) gefüllt mit Leitungswasser im Haus, als Notfallversorgung. So abgesichert ist es keine Katastrophe, wenn das Wasser mal wieder weg ist.
Viele viele andere Familien haben aber keine Tanks auf dem Dach, weshalb die Menschen beinahe jeden Tag vor ihren Häusern stehen und alle möglichen Gefäße von Regentonnen, Töpfen, Plastikbadewannen, Eimern, Schüssel etc. am Straßenrand aufgereiht haben. Sie warten auf das große Tankauto, das ab und zu durch die Straßen fährt und die Familien mit dem nötigsten Trinkwasser versorgt. Wenn dieser Tanker kommt, dann passiert es nicht selten, dass die Menschen ihre Tonnen und Eimer quer über die Straße verteilen, wahrscheinlich, damit dieses Auto bloß nicht weiterfährt, ohne den allerletzten Topf gefüllt zu haben.
Auch im Radio laufen ständig Nachrichten und Updates zum Thema Wassermangel, Neuigkeiten vom Wetterbericht und wann das große Tankauto vorbeikommen wird. Wenn es doch mal regnet, dann ist das entweder nur ein bisschen Geniesel oder....

...ein heftiger, gewittriger Wolkenbruch für ein paar Minuten,
der so überraschend und schnell beginnt wie er wieder aufhört.

Bevor ich nach Bolivien kam, hätte ich nie gedacht, wie glücklich wir uns in Deutschland eigentlich schätzen können, beständig und immer Zugang zu Leitungswasser zu haben, welches von der Qualität auch noch excellent und direkt trinkbar ist. Hier in Sucre lerne ich momentan, wie wenig selbstverständlich es doch ist, ständig einen funktionierenden Wasserhahn zu haben, und wie sehr man seinen eigenen Wasserverbrauch reduzieren kann. Unsere Familie hier lebt sowieso immer sehr wassersparend, aber gerade in dieser lange Trockenphase ist es besonders wichtig. Zum Beispiel wird das Schmutzwasser der Waschmaschine (ja, wir haben eine eigene Waschmaschine, was ein ziemlicher Luxus ist) wird immer zum Toilettespülen verwendet, das Wasser vom Duschen fangen wir ebenfalls auf, Zähne geputzt wird nur mit einem Becher ohne Wasserhahn, usw. Als wir ein paar Tage gar kein Leitungswasser hatten, habe ich auch eine sehr minimalistische Erfahrung gemacht – zum Duschen und Haarewaschen mit Karaffe und Badewanne (ohne funktionierende Dusche natürlich) benötige ich nur ein bisschen mehr als drei Liter Wasser, und es hat super funktioniert. Darauf kann man schonmal stolz sein.

Eigentlich ist es eine wirklich gute Erfahrung, zu bemerken, wie wichtig und elementar Wasser ist, und vor allem der sichere Zugang dazu. Schon jetzt weiß ich es so viel mehr zu schätzen, wenn ich meine Hände unter fließendem Wasser waschen kann, ohne befürchten zu müssen, dass es im nächsten Moment versiegt.


Natürlich klingt das alles total dramatisch, aber letztendlich ist es nichts Neues oder vollkommen Absurdes für die Menschen in Sucre, wenn das Wasser abgestellt wird. Unser Gastbruder Carlos wollte mir gar nicht glauben, dass in Deutschland die Städte immer Wasser haben und eine Situation, in der aufgrund von Trockenheit das Wasser rationiert und abgestellt wird, einfach nicht existiert. Trotz allem, verdursten werden wir hier auf jeden Fall nicht, dafür wird schon gesorgt, und auch ohne Leitungswasser kann man eine Weile gut klarkommen. Zwar ist es sehr unannehmlich, aber ich bin doch irgendwie froh darüber, hier zu sein und zu merken, dass eine 24/7 perfekt funktionierende Wasserversorgung eben alles andere als selbstverständlich ist.

Extracamp im Torotoro Nationalpark

Morgens früh um 6 Uhr treffen wir uns am Busterminal in Cochabamba mit allen anderen Freiwilligen vom ICYE, die gerade auch in Bolivien arbeiten, das heißt, wir sehen unsere ganze Gruppe wieder, die Ende August zusammen hergereist ist. Von dieser Gruppe sind wir über vier Städte verstreut: acht Freiwillige wohnen in La Paz, vier in Santa Cruz, einer in Cochabamba und wir sechs in Sucre, weshalb es umso schöner ist, sich nach fast drei Monaten, die wir in unseren Städten verbracht haben, alle wiederzusehen. Dementsprechend viel gibt es auch zu erzählen – vor allem mein Gastbruder Josh freut sich sehr, endlich wieder „richtiges“ Englisch mit den anderen britischen Freiwilligen zu sprechen, hihi – dementsprechend schnell vergeht auch die vierstündige, sehr holprige Fahrt von Cochabamba nach Torotoro, ein kleines Dorf im Nirgendwo. Dieses Nirgendwo ist in dem Fall der gleichnamige Nationalpark Torotoro. Vorbei an Papayaplantagen wird es spürbar wärmer und auch vegetationsreicher, in Serpentinen eine geröllige Straße die Berge hinauf und hinunter, bis wir in Torotoro ankommen, was sich als kleine verschlafene Ansammlung von Häusern herausstellt mit einer Hand voll Hostels, Kneipen, einem winzigen grünen Plaza in der Mitte und zwei oder drei Reiseagenturen, die Touren in die Umgebung anbieten.
Nach dem Mittagessen im Hostel (wesentlich komfortabler als erwartet) stapfen wir mit ein paar Guides los in Richtung Canyon. Steppenähnliche Landschaft mit dürrem, stacheligen Gras und trockenen Büschen. Ein Steinplattenweg führt in Treppenstufen die steile Böschung des Canyons hinab, natürlich ohne jegliches Geländer, direkt neben meinen Füßen geht es bestimmt 30 Meter in die Tiefe. Beeindruckend hohe, dreifarbige Felswände, die dieses Flussbett einrahmen.


Als wir unten angekommen sind, klettern wir zwischen monströsen Findlingen das felsige Flussbett hinab, das Flüsschen (sehr klein und schmal aufgrund der wochenlangen Trockenheit) plätschert vor sich hin, ziemlich schlammig trüb.
Endlich erreichen wir die Cascadas, eine von ganz vielen saftig-grünen Pflanzen bewachsene Felswand, aus der von oben viele kleine Wasserfälle entspringen und als eine Art „natürliche Dusche“ auf die Felsen unterhalb plätschern. Es ist so ein wunderschöner Ort, fast paradiesisch durch das laute Rauschen des Wassers, die Blumen und Schlingpflanzen.
Vor den eigentlichen Cascadas gibt es eine Art kleinen See gefüllt mit dem aufgewühltem sandigen Wasser, in das wir wie kleine Kinder juchzend von den Felsen hineinspringen. Hinterher dusche ich mir unter den Wasserfällen den Sand von der Haut und aus den Haaren, sowas wollte ich immer schonmal machen. Sogar eine Art Vorhang aus Wasser gibt es vor einem Felsvorsprung, man kann sich darunterstellen und ist durch eine löchrige fädige Wasserwand von draußen getrennt, wie im Film.



Leider müssen wir den ganzen Weg zurückstapfen, die vielen vielen Meter den Canyon hinauf. Dabei wir uns aber wieder ein bisschen wärmer, das Wasser der Cascadas war verdammt kalt.
Oben angekommen wird es langsam dunkel und den schottrigen Trampelpfad über die Ebene zurück ins Dorf kann man kaum noch erkennen. Ich stapfe dicht hinter zwei Guides her und plötzlich ist der Rest der Gruppe hinter uns verschwunden (sie werden mit einem Bus zurückgefahren, den ich natürlich irgendwie verpasst habe). In der Dämmerung sieht man vereinzelt sieht man auf den Berghängen Lichter blinken von einsamen Häusern, doch bevor die Nacht vollkommen schwarz hereinbricht, schieben sich die Wolken zur Seite und ein riesiger Beinahe-Vollmond beleuchtet unseren Weg, wirft richtig scharfe Schatten. Gemeinsam mit den beiden Guides und einem kleinen Hund als Begleiter trotte ich die letzte halbe Stunde nach Torotoro zurück, und diese halbe Stunde ist der entspannteste Moment der letzten paar Tage, fast ganz allein im Mondlicht begleitet vom Grillenzirpen.

Am nächsten Tag fahren wir vormittags mit dem Minibus ein Stückchen raus in die Berge, zu einem Ort, der sich Umajalanta nennt – auf Aymara bedeutet das „Donde corre el agua“ (Wo das Wasser fließt). Es handelt sich um eine riesige (!!!) verwinkelte Höhle mit einem unterirdischen Flüsschen. Mit Helm und Headlamp ausgestattet klettern wir mit einer kleinen Gruppe von sechs Leuten und einem Guide in den viel meterhohen Eingang, ein riesiges Loch im Berg voller unglaublicher Findlinge. Ein Stückchen weiter drinnen ist es stockfinster. Wenn jetzt die Batterien der Stirnlampen streiken, wären wir ganz schön aufgeschmissen.... Zum Glück geht aber alles gut. Feuchte kalte Felswände, Tropfsteine überall, teilweise ist der „Weg“ (scheinbar nur für den Guide identifizierbar) so schmal, dass wir auf dem Bauch durch eine enge Felsspalte robben müssen, wo ich selbst beinahe steckenbleibe. Dann wieder stehen wir plötzlich in einer riesighohen Höhle, fast wie beim „Herrn der Ringe“. Ein Tropfstein, der aus einem Stalagmit und einem Stalaktit zusammengewachsen ist, hat exakt die Form einer Trauerweide – auf Spanisch 'sauce lloron'. Außerdem sehen wir ein kleines Häufchen Fledermausexkremente, was laut dem Guide zur Petroliumherstellung genutzt wird und dementsprechend wertvoll ist.
Nicht wirklich ungefährlich, dieses Herumgekletter direkt neben scharfkantigen, metertiefen Felsspalten, ab und zu sind die Steine sehr feucht und rutschig, wir müssen aufpassen nicht abzurutschen und an einigen Stellen gibt es sogar Seile mit Knoten zum Abseilen! Es macht superviel Spaß, in der Dunkelheit herumzuklettern und ab und zu muss der Guide mich ermahnen, doch bitte an der von ihm gezeigten Stelle zu warten und nicht auf eigene Faust ein bisschen weiterzuklettern.
Als wir nach zwei Stunden wieder hinauskrabbeln aus dem dunklen Loch, bin ich froh, die Sonne wiederzusehen, aber dieses Herumgekletter war wirklich superabenteuerlich. Ohne TÜV-geprüfte Sicherung, Geländer und Risikobelehrung mit Unterschrift - dafür doppelt so aufregend – so eine Aktion wäre in Deutschland undenkbar.

Leider habe ich vom Inneren der Höhle keine Fotos, dafür hier die Beweistafel aus Umajalanta.

Ein paar Eselchen, die sich aber nicht in die eigentliche Höhle getraut haben,
sondern lieber auf unsere Rückkehr warten

Am Nachmittag machen wir mit ein paar Freiwilligen einen ausgedehnten Spaziergang, den Hang hinauf, wo eine Herde ziegen grast. Plötzlich sind die anderen weg, offenbar habe ich sie bergauf abgehängt, und bin allein zwischen Steinen, Geröll, trockenen Büschen, einer Art Trockenmauer aus Feldsteinen und einer ausgemerkelten Kuh, die mich wütend anmuht. Ich klettere weiter den Hang hinauf, dort gibt es seltsame schneeweiße Steinformationen, zwischen denen es 1,5 Meter hinunter auf den Sandboden geht. Ich hüpfe von Stein zu Stein, beobachte die Sonne, die hinter der gegenüberliegenden Bergkette verschwindet, und versuche dann, einen Weg zurück hinunter zur Landstraße zu finden.
Abends vergehen die Stunden beim Kartenspielen, mit Rotwein, viel Gelache und einer Menge günstig erstandenen Mangos, den gerade ist Mango-Saison.

Als wir am nächsten Tag nach Cochabamba zurückfahren wollen, bietet sich uns ein böses Bild: der Bus steht hochgebockt mit offenen Luken da und der Busfahrer sowie ein Mechaniker im Blaumann liegen auf dem Rücken darunter. Keine Überraschung, das der Bus kaputt ist und erstmal an Ort und Stelle repariert wird.

Die Rückfahrt wird sehr lang, knapp 5 Stunden in der Nachmittagshitze nach Cochabamba und dann noch eine Nacht bis Sucre. Die drei Tage dieses Camp sind wie im Flug vergangen und es fühlt sich seltsam án, die anderen erst Ende Januar/Anfang Februar wiederzusehen. Nach all den unangenehmen Kälteerfahrungen,von denen die Freiwilligen aus La Paz erzählt haben, bin ich aber sehr froh, in Sucre zu wohnen, wo uns am Montag ein sehr angenehm mildes sommerliches Wetter empfängt.

Mittwoch, 9. November 2016

Monteagudo – „Todos Santos“ bei tropischer Hitze

Der 2. November ist in Bolivien ein wichtiger Feiertag zu Ehren der Verstorbenen und nennt sich 'Todos Santos'. Für diesen Tag werden überall ganz viele verschiedene Brote, Kuchen, Empanadas, Kekse uvm. Gebacken, verkauft und mit der Familie geteilt. Da es ein Feiertag für alle Arbeitenden ist, fahren die meisten Leute zu ihren Familie, viele aufs Land, um sie zu besuchen und im Familienkreis Todos Santos zu feiern.
Dazu gibt es in Familien, wo kürzlich ein Angehöriger verstorben ist, dem Verstorbenen zu Ehren eine Feier und alle teilen 'Chicha' miteinander, ein traditionelles Getränk aus Maismehl, Wasser und Zucker, das (laut unserer „Gasttante“) zuerst aufgekocht wird, dann drei Nächte lang ziehen muss und dementsprechend ein bisschen sprudelig schmeckt. Die Chicha wird gekühlt serviert, ist sehr erfrischend und lecker, hat aber einen ganz eigenen, weichen Geschmack, ein bisschen nach Getreide und Mais. Für mich war es zu Anfang nur ein bisschen seltsam, plötzlich quasi etwas mit Kohlensäure zu trinken, weil wir hier eigentlich nur Leitungswasser trinken und Wasser mit Sprudel kaum existiert.
Zu 'Todos Santos' errichten einige Familien im Haus einen altarähnlichen Tisch mit Fotografien des Verstorbenen, seinen Lieblingsspeisen und Getränken, vielen Blumen und Kerzen. Am Vorabend von 'Todos Santos', also am 1. November, haben bereits alle Leute frei und treffen sich in ihren Familien zum gemeinsamen Abendessen. Der Gedanke ist, dass an diesem Abend die Seelen der Verstorbenen zurückkehren und man sie deswegen gemeinsam mit der Familie in Empfang nimmt. Am nächsten Tag, am 2. November, verschwinden deren Seelen wieder ins Jenseits, und werden deshalb wieder mit der gesamten Familie und einem großem Fest mit vielen Speisen und Getränken verabschiedet, denn man glaubt, dass ihre Seelen für diese Reise besonders viel Kraft und Energie benötigen.
Über und über bunte Blumen, meist aus Plastik und Papier, sowie Kerzenlichter und Fotos der Verstorbenen gibt es auch auf dem Friedhof auf den Gräbern und zusätzlich werden die Grabstätten noch mit persönlichen Gegenständen sowie mit Gläsern mit Chicha dekoriert.


Der kleine Friedhof nahe des Barrios 16 de Febrero, Monteagudo
Ein etwas anderes Grab.
Da auch wir an Todos Santos frei haben, fahren Josh und ich zusammen mit unsere Gastschwester Eva für ein paar Tage ihre Tante (die Schwester unserer Gastmutter) in Monteagudo besuchen. Monteagudo ist ein sehr überschaubares Kleinstädtchen nahe des Departmentes Santa Cruz, liegt nur auf ca. 1000 m über dem Meeresspiegel und hat dementsprechend schon beinahe tropisches Amazonaswetter (bis auf das Tageszeitenklima). Vor dem Besuch wurde uns erzählt, wie wunderschön grün es in Monteagudo sei, wie viele Bäume es gäbe, Vögel, Schmetterlinge und ganz viele Mosquitos. Von der Flora jedenfalls wurden wir nicht enttäuscht: schon morgens halb drei im Nachtbus sehe ich am Fenster dunkle Schatten von riesighohen Bäumen vorbeiziehen und sogar die spitzen, zackigen Siolletten von Kakteen. Die Vorfreude steigt.
Da wir morgens um kurz vor fünf beim Haus von Tante Marcia ankommen, sehen wir noch rein gar nichts von dem sehnsüchtig erwarteten Wald, aber eins spührt man deutlich – es ist verdammt kalt, höchstens zehn Grad über Null. In Erwartung von tropischer Hitze haben wir natürlich nur kurze Klamotten eingepackt, Josh hat nicht mal eine lange Hose, und ich trage Tshirt über Tshirt, zwei paar Socken und meinen einzigen Fleecepullover. Was für eine verrückte Ankunft.
Tante Marcia wohnt nicht in der Stadt Monteagudo, sondern in einem kleinen Barrio (eine Art Dörfchen) ca. eineinhalb Stunden Fußmarsch (20 Minuten Taxi) entfernt, wo es auf jeden Fall mehr Kühe und Schweine gibt als Häuser und quasi mitten in der Pampa liegt. Ihr Haus ist winzig klein, es gibt nur zwei Räume zum Schlafen für uns fünf Erwachsene und ein kleines 5-jähriges Mädchen, ein Durchgangs- bzw. Verbindungsraum als Küche und Zimmer zum Essen sowie ein kleines Minibad. Insgesamt ist unser Wohnzimmer in Sucre beinahe größer als ihr gesamtes Haus, doch es ist ja alles da, was man braucht und Marcia sowie ihre 18-jährige Tochter sind superliebenswert und empfangen uns in aller Herrgottsfrühe ganz herzlich mit warmem Cafe.
Als es nach und nach hell wird kommt zum Glück die Sonne raus und mit ihr die Wärme (die sich später am Tag noch zu einer beinahe unerträglich Hitze ausdehnen wird). Wir können zum ersten Mal die Umgebung angucken: eine kleine Sandstraße zwischen den nackten Ziegelhäusern mit Blechdächern, ein betonierter Bolzplatz, ein paar durch die Gegend gackernde Hühner und rundherum soweit das Auge reicht Grün. Ein wunderschöner saftiger Wald erstreckt sich über die Hügel, richtige dunkelgrüne Höhe Bäume, man kann das Wasser förmlich sehen, was den Wald so wachsen lässt. Vögel fangen an zu zwitschern und den gesamten Tag über bis in die Nacht hinein hört man die Zikaden ganz laut zirpen. Diese Art von gesundem saftigen Wald vermisse ich in Sucre ein bisschen, denn bei uns ist aufgrund der Trockenheit noch alles ziemlich karg und sandig, und auch der Hügel hinter unserem Haus mit dem Wäldchen aus Eukalyptusbäumen macht einen sehr ausgedörrten Eindruck. Aber hier im Barrio 16 de Febrero nahe Monteagudo kann man schon fast ein bisschen vom Amazonas erahnen. Auch im Garten von Marcia gibt ein Orangen-, ein Zitronenbäumchen und einen ganz hohen Papayabaum, leider noch mit grünen Früchten. 




Ein Papaya-Baum

Bei der Nachbarin gibt es eine große bodendeckende Spinatpflanze, dort gehen wir morgens Spinat pflücken für eine Tortilla aus Ei und Spinat. Selbst im kleinsten Dörfchen auf dem Land wird der komplette Vormittag zuhause verbracht um das Mittagessen vorzubereiten (Suppe mit Reis und Hühnerfüßen, die ich ganz sorgfältig herausfische). Mittags stapfe ich los auf eine kleine Erkundungstour, den Sandweg in den Wald hinein, der irgendwann an einem Gartenzaun endet, dahinter grunzen mich empört ein paar Schweine an. Viel länger als eine Stunde hält man es sowieso nicht in der Sonne aus, bei humiden fast 40 Grad. Ich kehre zurück zur Hängematte im Schatten und die kleine Melanie plappert mich in einem Fort zu, füttert ihren kleinen Babyhund mit Käsekrackern und kugelt sich über den staubigen Betonboden.
Am Nachmittag fahren wir ein Stückchen raus aus dem Barrio zu einem Flusslauf um uns im Wasser abzukühlen. Mit Eva, ihrer Cousine Alondra, Marcia und Josh spielen wir Volleyball im flachen, sonnenwarmen Wasser, die kleine Cousine Melanie sitzt beleidigt daneben. Am meisten Spaß macht aber, die kleinen Stromschnellen des Flusses hinunterzuschliddern, an einigen Stellen nehme ich soviel Fahrt auf, dass ich ins Wasser platsche und ein bisschen brutal gegen die Steine knalle. Gleich nochmal, was für ein Spaß!
Abends wird es dann wieder erstaunlich frisch, aber der Pulli bleibt trotzdem erstmal im Rucksack.

Am nächsten Morgen stehe ich freiwillig um 6 Uhr auf, um die um diese Zeit noch angenehm frische Morgenluft und die ungewohnt flache Umgebung für ein kleines Wach-werd-Läufchen zu nutzen. Alle Leute, die schon auf den Beinen sind, ob zu Fuß, zu Moped, mit Kuh, Ziege oder Schwein als Begleiter, alle starren mich an. Die meisten grüßen zwar freundlich zurück, aber dieses Starren ist doch etwas unangenehm... vermutlich sind Josh und ich in der Umgebung die einzigen 'Gringos' seit Ewigkeiten, da sticht man natürlich heraus.
So geht es uns auch ein bisschen später in Monteagudo, denn wir laufen am Vormittag die eineinhalb Stunden zu Fuß in die Stadt, in bereits knallender Sonne. Die Stadt besteht aus nicht viel mehr als einer Handvoll schmalen Straßen, einem kleinen grünen Platz mit Denkmal und Kirche und einer sehr überschaubaren Markthalle. Ich kaufe Mangos! Zum ersten Mal in Bolivien, hach wie wunderbar. Diese Sorte ist ganz klein, ziemlich faserig, hat dafür aber trotzdem ein sehr intensives Aroma.
Auf dem Rückweg halten wir Ausschau nach einem kleinen Geburtstagsgeschenk für unsere „Gastcousine“ Alondra, die morgen ihren 18. Geburtstag feiert, und leider blieb vor Abfahrt keine Zeit mehr, eine der berühmten Sucre-Schokoladen zu besorgen. Resultat: beinahe den gesamten Rückweg schleppen wir eine verdammt schwere Wassermelone mit uns mit, die ich später bemalen möchte, nur um im Endeffekt festzustellen, dass man doch auch viel näher beim Barrio Wassermelonen kaufen kann. Dieses Geschenk kommt dann wirklich von Herzen
Am Nachmittag können wir Marcia auf ihrer Arbeit besuchen, im Hospital Dermatologia (einer Mischung aus Tagesklinik und Krankenhaus), wo sie als Krankenschwester in der Impfstation für Kinder arbeitet. Der überschaubare Gebäudekomplex liegt noch mehr im Nirgendwo als das eigentliche Barrio, nur durch eine staubige Sandstraße zu erreichen, weshalb es dort aber wunderschön ruhig und sehr grün ist, mit vielen Palmen und Orangenbäumen im Gelände. Das Hospital war ursprünglich eine Klinik für Lebrakranke, heute aber kommen die Leute mit verschiedensten Krankheiten zu den katholischen Schwestern, die mit ihren weißen Schürzen und Hauben geschäftig über die Wiese eilen und ab und zu auch mal ihr Smartphone zücken, um eine Whatsappnachricht zu lesen.
Es gibt einen kleinen Bus im Hospital, extra um die Schwestern nach Monteagudo in die Kirche zu fahren, und dieser Bus nimmt uns netterweise mit ins Zentrum. Während der Fahrt unterhalte ich mich mit einer Frau, die auch aus Deutschland kommt, hier im Hospital für ein paar Wochen als Freiwillige arbeitet und sogar bei den Schwestern auf dem Gelände schlafen darf. Das ist sicher auch ein besonderer Job, so inmitten des Waldes, der Kuhweiden und Mais- & Kartoffelfelder in diesem friedlichen Ort zu arbeiten. Obwohl man sich sicher von Zeit zu Zeit ein bisschen abgeschnitten fühlt.
Als sich abends um zehn die Hitze endlich ein bisschen zurückzieht und es draußen angenehmer ist, gehen wir mit Tante Marcia und den Mädels Wally spielen (Volleyball in einer Halle mit Gebrauch von Wänden).

Am nächsten Tag machen Josh und ich uns morgens auf dem Weg zum nahen Friedhof, um uns die mit Blumen geschmückten Gräber anzuschauen, die wegen dem Feiertag Todos Santos herausgeputzt werden. Auch auf dem Friedhof werden wir ein bisschen so gemustert als kämen wir von einem anderen Planeten. Wahrscheinlich verirren sich eher selten „Gringos“ hierher.
Auf dem Weh bleiben wir an einem Maulbeerbaum hängen. Maulbeere wird hier 'Mora' genannt und ich hätte nie gedacht, dass die winzigen supersüßen dunkelila Früchte an richtigen meterhohen Bäumen hängen. Wir strecken uns nach den kleinen brombeerähnlichen Mora und hinterher haben wir ganz blauegefärbte Finger und Lippen.



Zum Fluss hinunterlaufen, ein schattiges Plätzchen suchen, ein bisschen lesen und in den Spanisch-Aufzeichnungen blättern, die Füße ins Wasser baumeln lassen, bevor es am Nachmittag an die Geburtstagspartyvorbereitungen für Alondra geht.
Für die anderen Gäste gibt es eine gebackene Hackfleischrolle mit Käse (der üppige und selbstverständliche Fleischkonsum hier ist wirklich beeindruckend, wir werden mehrmals eindringlichst gefragt, ob wir wirklich nicht kosten wollen: „Es ist auch ganz mageres Fleisch, ganz lecker“), aber für Josh und mich ist das ja ziemlich uninteressant. Dafür dürfen wir den selbstgemachten Quinoto-Schnaps kosten (gemacht aus einer Kumquat-Art).

Diese heraufziehende Wolkenfront ließ über Nacht die Temperaturen absacken
- von drückender Hitze in fröstelnd-bewölktes Wetter, was für ein verrückter Ort.

Der nächste Morgen ist dermaßen kalt (die Temperaturen sind um mehr als 20 Grad gefallen in der letzten Nacht), dass wir uns fast bis mittags im Bett verkrümeln. Später spielen wir Basketball mit ein paar Jungs aus dem Barrio und wollen danach noch zu einem Fußballspiel der Schule von Alondra, doch als wir dort ankommen, ist kaum jemand da. Grund dafür: „No hay pelota – Es gibt keinen Ball.“ Josh und ich bekommen einen mittelgroßen Lachanfall. Es ist einfach so witzig, wie unorganisiert manche Dinge ablaufen. Von irgendwoher wird dann doch noch ein Ball aufgetrieben und wir spielen mit der „Gastcousine“, Eva und einigen von Alondras Schulfreunden ein bisschen Fußball, bis die Sonne tief steht und es Zeit wird, die Rucksäcke zu schultern und zum Busterminal zu laufen.
Tschüss Wald, tschüss Vögel, exotische Blumen und tschüss saftiges Grün. Ich nehme mir fest vor, definitiv nochmal in Richtung Osten zu reisen, in Richtung des Regenwaldes, denn das kleine Bisschen „Prä-Amazonasluft“, das wir hier schnuppern durften, hat die Lust auf mehr geweckt.

Donnerstag, 3. November 2016

Trip nach Cochabamba - Eine etwas andere Nachtbuserfahrung

In letzter Zeit berichte ich nur noch von verschieden Ausflügen und Wandertrips, sodass es den Anschein hat, wir würden hier nur Urlaub machen. Dem ist nicht so! Natürlich gibt es wochentags einem Alltag mit Projekt und Gastfamilienfrühstück, Badputzen und abendlichem Zumbakurs. Aber die letzten Wochenende kam einfach geballt eine Reisemöglichkeit nach der anderen - und das muss man ja wohl ausnutzen.

Ein bepflanzter Kreisverkehr in Cochabamba - auch hübsche Plätze inmitten des lauten Verkehrs
Am vorletzten Wochenende hat unsere kleine Freiwilligengruppe beschlossen, einen anderen Freiwilligen in Cochabamba zu besuchen, eine Stadt weiter westlich, ca. 1000 Höhenmeter flacher und deutlich größer als unser kleines Sucre.
Mit dem Nachtbus sind wir am Freitagabend losgefahren - oder besser gesagt mit zwei Bussen, denn das war bis jetzt die abenteuerlichste Busfahrt, die ich je erlebt habe. Noch vorher haben wir uns total gefreut, die Tickets zu supergünstigen Preisen bekommen zu haben, ein echtes Schnäppchen. Das die Buscompany ziemlich unbekannt war, hat uns nicht gestört, obwohl viele Leute immer davor warnen, unsichere Anbieter zu nehmen. Wir haben noch Witze darüber gemacht, im Straßengraben zu übernachten..... und so ähnlich ist es beinahe tatsächlich gekommen.
Nach ca. 2 Stunden Fahrt hielt der Bus plötzlich an, Licht an, alle raus, "Maschina kaputt". Zum Glück waren wir nicht im allerletzten Bus für diese Nacht, es kamen noch ein paar nach uns, in die wir hätten umsteigen können. Das Problem war nur: alle diese Busse waren voll, es gab keine Sitzplätze.
Uns blieben zwei Optionen: ernsthaft die Nacht im Straßengraben zu verbringen oder in das Gepäckfach eines Busses zu klettern, ein Stockwerk tiefer unter die Sitzreihen, dorthin wo sonst die großen Koffer gestapelt werden. Da das die einzige Möglichkeit war, noch irgendwie in Cochabamba anzukommen, haben wir uns zu sechst in das Gepäckfach gequetscht und versucht, es uns ein wenig bequem zu machen. Wir hatten Glück, denn in diesem Gepäckfach gab es sogar eine Decke, eine kleine Wäscheleine mit einem Handtuch, ein paar Wechselschuhe und einen Handspiegel - offenbar schlief dort der Busfahrer in seiner Pause.
Kurz nach dem Einsteigen überkamen uns aber doch ganz schöne Zweifel, da es keine Lüftung gab, sprich, wir keinen Sauerstoff hatten und ziemlich nach Benzin roch. Lösung: wir öffneten die Gepäckklappe nach außen einen Spalt und klemmten die Wechselschuhe des Busfahrers in die Klappe. So kam genug Luft rein und Josh, der ganz außen lag, wurde in der Nacht sogar ein bisschen nassgeregnet.
Übereinandergestapelt, ähnlich wie sonst die Koffer, lagen wir so da, 6 Stunden lang, und erstaunlicherweise war es wirklich eine extrem lustige Fahrt. Für mich war es sogar bequemer als die Sitze, auf denen die Leute über uns hin- und hergeschuckelt wurden.




Heil in Cochabamba angekommen verbringen wir den Vormittag damit, durch die Stadt zu laufen, bis ein Cafe zum Frühstücken öffnet, und dann zu Fuß das Hostel zu suchen. Dafür haben wir über zwei Stunden gebraucht, weil wir überall angehalten haben, einen großen grünen Plaza angeschaut haben, in einer Buchhandlung hängengeblieben sind oder einfach herumgeschaut haben. Diese Art, eine Stadt zu erkunden, gefällt mir aber sehr gut.
Was ziemlich schockierend war: sehr viel breitere, lautere Straßen als in Sucre und unglaublich schlimmer Verkehr.

Am Nachmittag sind wir zu den ruinenhaften Überresten der alten Inkastadt Inkaraquay gefahren (leider waren dafür zwei verschiedene Busse und ein Taxi nötig, ziemlich  nervig), aber oben auf dieser Bergkuppe konnte man in den Felsen und Ruinen herumklettern und hatte einen wunderschönen Blick auf das riesige Ebene, in der Cochabamba liegt.

Der Weg, der direkt zu den Inkaruinen führt, im Hintergrund der Blick über Cochabamba

Am Sonntag verlassen wir morgens das Hostel und kommen nur ein paar Meter weit bis zum Haus von Simon, den wir hier besuchen. Seine Gastmutter überrascht uns mit einem wunderbaren Frühstück aus Papaya, Tee, Keksen und heißer Schokolade! Gestärkt machen wir uns dann zu Fuß auf den Weg zur großen Christusstatue 'Cristo de la Concordia'. Dort angekommen kann man entweder mit dem Teleferico (eine Art Seilbahn) den Berg hinauffahren, oder die 265 Höhenmeter über einer Steintreppe erklimmen. Wir entscheiden uns, hochzulaufen, was wirklich nicht ohne ist, selbst mit relativ guter Kondition. Die Statue an sich ist mit 40,44 m sogar zwei Meter höher als der Christus in Rio de Janeiro!


Von dem Plateau der Statue aus sieht die Stadt, die einem von dort oben quasi zu Füßen liegt, wirklich umwerfend aus. Soweit das Auge reicht - Cochabamba. Es ist schon eine riesige Stadt im Vergleich zu Sucre.
Da wir uns von der Statue aus wieder zu Fuß auf den Weg durch die Stadt machen, bleibt am Nachmittag nur noch Zeit für ein excellentes Käffchen in Simons Lieblingscafe "Vanilla", wo wir ein bisschen entspannen können. Stundenlang durch die Stadt zu laufen gefällt mir wirklich sehr gut, einfach um verschieden Ecken kennenzulernen, Umwege durch ruhigere Gassen zu gehn und einfach etwas langsamer die Stadt angucken zu können, in einem Bus oder einem Taxi geht das immer viel zu schnell.

Wir beim verdienten Päuschen nach dem Aufstieg zum Cristo de la Condordia

Blick über Cochabamba - Häuser bis zum Horizont

Ich beim Abstieg, die vielen vielen Stufen hinunter.
Es soll wohl Leute geben, die als Morgensport hier hinaufjoggen...

Die Rückfahrt von Cochabamba gestaltet sich dann weniger abenteuerlich, diesmal gibt es keine Buspanne. Im Nachhinein war die Hinfahrt wirklich eine witzige Aktion, aber so schnell muss das nicht unbedingt wieder sein.
Aber: Im Nachhinein haben wir von der Buscompany Suarez aufgrund der Panne sogar das Geld für die Hinfahrt zurückbekommen, zwar nach mehrmaligem Fragen und Erklären, aber es hat funktioniert. Vielleicht würde ich deshalb, falls es nochmal so ein günstiges Angebot gibt, diese Anbieter nochmal nehmen... Obwohl es definitv bequemere Reisemöglichkeiten gibt als die Nacht im Gepäckfach zuverbringen.