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| Ein bepflanzter Kreisverkehr in Cochabamba - auch hübsche Plätze inmitten des lauten Verkehrs |
Mit dem Nachtbus sind wir am Freitagabend losgefahren - oder besser gesagt mit zwei Bussen, denn das war bis jetzt die abenteuerlichste Busfahrt, die ich je erlebt habe. Noch vorher haben wir uns total gefreut, die Tickets zu supergünstigen Preisen bekommen zu haben, ein echtes Schnäppchen. Das die Buscompany ziemlich unbekannt war, hat uns nicht gestört, obwohl viele Leute immer davor warnen, unsichere Anbieter zu nehmen. Wir haben noch Witze darüber gemacht, im Straßengraben zu übernachten..... und so ähnlich ist es beinahe tatsächlich gekommen.
Nach ca. 2 Stunden Fahrt hielt der Bus plötzlich an, Licht an, alle raus, "Maschina kaputt". Zum Glück waren wir nicht im allerletzten Bus für diese Nacht, es kamen noch ein paar nach uns, in die wir hätten umsteigen können. Das Problem war nur: alle diese Busse waren voll, es gab keine Sitzplätze.
Uns blieben zwei Optionen: ernsthaft die Nacht im Straßengraben zu verbringen oder in das Gepäckfach eines Busses zu klettern, ein Stockwerk tiefer unter die Sitzreihen, dorthin wo sonst die großen Koffer gestapelt werden. Da das die einzige Möglichkeit war, noch irgendwie in Cochabamba anzukommen, haben wir uns zu sechst in das Gepäckfach gequetscht und versucht, es uns ein wenig bequem zu machen. Wir hatten Glück, denn in diesem Gepäckfach gab es sogar eine Decke, eine kleine Wäscheleine mit einem Handtuch, ein paar Wechselschuhe und einen Handspiegel - offenbar schlief dort der Busfahrer in seiner Pause.
Kurz nach dem Einsteigen überkamen uns aber doch ganz schöne Zweifel, da es keine Lüftung gab, sprich, wir keinen Sauerstoff hatten und ziemlich nach Benzin roch. Lösung: wir öffneten die Gepäckklappe nach außen einen Spalt und klemmten die Wechselschuhe des Busfahrers in die Klappe. So kam genug Luft rein und Josh, der ganz außen lag, wurde in der Nacht sogar ein bisschen nassgeregnet.
Übereinandergestapelt, ähnlich wie sonst die Koffer, lagen wir so da, 6 Stunden lang, und erstaunlicherweise war es wirklich eine extrem lustige Fahrt. Für mich war es sogar bequemer als die Sitze, auf denen die Leute über uns hin- und hergeschuckelt wurden.

Heil in Cochabamba angekommen verbringen wir den Vormittag damit, durch die Stadt zu laufen, bis ein Cafe zum Frühstücken öffnet, und dann zu Fuß das Hostel zu suchen. Dafür haben wir über zwei Stunden gebraucht, weil wir überall angehalten haben, einen großen grünen Plaza angeschaut haben, in einer Buchhandlung hängengeblieben sind oder einfach herumgeschaut haben. Diese Art, eine Stadt zu erkunden, gefällt mir aber sehr gut.
Was ziemlich schockierend war: sehr viel breitere, lautere Straßen als in Sucre und unglaublich schlimmer Verkehr.
Am Nachmittag sind wir zu den ruinenhaften Überresten der alten Inkastadt Inkaraquay gefahren (leider waren dafür zwei verschiedene Busse und ein Taxi nötig, ziemlich nervig), aber oben auf dieser Bergkuppe konnte man in den Felsen und Ruinen herumklettern und hatte einen wunderschönen Blick auf das riesige Ebene, in der Cochabamba liegt.
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| Der Weg, der direkt zu den Inkaruinen führt, im Hintergrund der Blick über Cochabamba |
Am Sonntag verlassen wir morgens das Hostel und kommen nur ein paar Meter weit bis zum Haus von Simon, den wir hier besuchen. Seine Gastmutter überrascht uns mit einem wunderbaren Frühstück aus Papaya, Tee, Keksen und heißer Schokolade! Gestärkt machen wir uns dann zu Fuß auf den Weg zur großen Christusstatue 'Cristo de la Concordia'. Dort angekommen kann man entweder mit dem Teleferico (eine Art Seilbahn) den Berg hinauffahren, oder die 265 Höhenmeter über einer Steintreppe erklimmen. Wir entscheiden uns, hochzulaufen, was wirklich nicht ohne ist, selbst mit relativ guter Kondition. Die Statue an sich ist mit 40,44 m sogar zwei Meter höher als der Christus in Rio de Janeiro!
Von dem Plateau der Statue aus sieht die Stadt, die einem von dort oben quasi zu Füßen liegt, wirklich umwerfend aus. Soweit das Auge reicht - Cochabamba. Es ist schon eine riesige Stadt im Vergleich zu Sucre.
Da wir uns von der Statue aus wieder zu Fuß auf den Weg durch die Stadt machen, bleibt am Nachmittag nur noch Zeit für ein excellentes Käffchen in Simons Lieblingscafe "Vanilla", wo wir ein bisschen entspannen können. Stundenlang durch die Stadt zu laufen gefällt mir wirklich sehr gut, einfach um verschieden Ecken kennenzulernen, Umwege durch ruhigere Gassen zu gehn und einfach etwas langsamer die Stadt angucken zu können, in einem Bus oder einem Taxi geht das immer viel zu schnell.
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| Wir beim verdienten Päuschen nach dem Aufstieg zum Cristo de la Condordia |
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| Blick über Cochabamba - Häuser bis zum Horizont |
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| Ich beim Abstieg, die vielen vielen Stufen hinunter. Es soll wohl Leute geben, die als Morgensport hier hinaufjoggen... |
Die Rückfahrt von Cochabamba gestaltet sich dann weniger abenteuerlich, diesmal gibt es keine Buspanne. Im Nachhinein war die Hinfahrt wirklich eine witzige Aktion, aber so schnell muss das nicht unbedingt wieder sein.
Aber: Im Nachhinein haben wir von der Buscompany Suarez aufgrund der Panne sogar das Geld für die Hinfahrt zurückbekommen, zwar nach mehrmaligem Fragen und Erklären, aber es hat funktioniert. Vielleicht würde ich deshalb, falls es nochmal so ein günstiges Angebot gibt, diese Anbieter nochmal nehmen... Obwohl es definitv bequemere Reisemöglichkeiten gibt als die Nacht im Gepäckfach zuverbringen.




















